Die Vorsitzende des Fördervereins „Freunde und Förderer des Wiederaufbaus der Sandauer Kirche e. V.“, Frau Krüger, begrüßte das LAG-Management gemeinsam mit weiteren Unterstützern des Vereins, darunter der langjährige ehemalige Vorsitzende, Herr Hellwig, sowie der Pfarrer der Kirchengemeinde Sandau, Herr Öffner.
Zu Beginn gab Frau Krüger einen Überblick über die jüngere Geschichte der Kirche seit 1945. Im April des letzten Kriegsjahres wurden die Stadt Sandau und der Kirchturm von der westelbischen Seite aus beschossen, nachdem der damalige Stadtkommandant eine Kapitulation der Stadt abgelehnt hatte. Der Kirchturm wurde dabei stark beschädigt. Lediglich ein kleiner Teil der ursprünglichen Bausubstanz blieb erhalten und ist heute anhand der dunkleren Färbung der historischen Ziegel deutlich erkennbar (siehe Abbildung).
Die Turmruine prägte über viele Jahrzehnte das Stadtbild von Sandau. Im August 2002 begann schließlich der Wiederaufbau des Kirchturms, der mithilfe zahlreicher ehrenamtlich Engagierter sowie durch Fördermittel und Spenden bis 2013 weitgehend abgeschlossen werden konnte. Im Inneren entstand ein sogenanntes „vertikales Gemeindezentrum“ mit einer Küche, sanitären Anlagen und einem Mehrzweckraum, der für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden kann. Darüber hinaus befinden sich im Kirchturm eine Winterkirche mit Empore sowie eine Ausstellungsebene.
In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Arbeit des Fördervereins insbesondere auf die Erfüllung der brandschutzrechtlichen Anforderungen im Kirchturm. Mithilfe des LEADER-Förderprogramms konnten neben erforderlichen Elektroarbeiten unter anderem Rauchschutztüren, eine batteriebetriebene Notstromversorgung sowie eine Belüftungsanlage installiert werden. Letztere soll das Treppenhaus im Falle einer Rauchentwicklung rauchfrei halten. Für die Umsetzung der Maßnahmen waren zudem Gerüstbauarbeiten erforderlich.
Zu den derzeit laufenden Maßnahmen zur Fertigstellung des Brandschutzes gehört die Verkleidung des Technikschranks, in dem die Steuerung und die Batterie der Brandschutzanlage untergebracht ist. Dieser soll unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Anforderungen farblich an den Kircheninnenraum angepasst werden. Die Maßnahme ist Bestandteil der LEADER-Förderung aus dem 2. Förderaufruf.
Mit dem im 5. Förderaufruf eingereichten Vorhaben sollen nach Abschluss der gesamten Brandschutzmaßnahmen Malerarbeiten erfolgen, um die Decken in sämtlichen Geschossen fachgerecht zu streichen. Außerdem wird im Installationsschacht noch eine Erweiterung der Gitterroste montiert, um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Darüber hinaus ist der Einbau einer Treppe vorgesehen, die vom obersten Geschoss des Turms bis auf Höhe des Dachgiebels führt. Da im Bereich unterhalb des Daches regelmäßig Kontrollen der Rauchmelder erforderlich sind, soll dieser künftig leichter erreichbar sein. Zugleich würde die Maßnahme die Inspektion des Dachgiebels erleichtern. In der Turmhalle sind des Weiteren die Einrichtung einer Dauerausstellung mit feuerfesten Informationstafeln und Einrichtungsgegenständen geplant.Für die kommende Förderperiode ist vorgesehen, das historische Erscheinungsbild des Kirchturms durch die Wiederherstellung des Dachreiters zu vervollständigen.
Weitere Informationen zur Kirche St. Laurentius in Sandau und zur Arbeit des Fördervereins finden Sie auf der Webseite des Fördervereins Freunde und Förderer des Wiederaufbaus der Sandauer Kirche e. V. unter: www.kirchturm-sandau.de




