Zusammenfassung der Zwischenevaluierung zur LEADER-Förderperiode 2021 2027 der LAG Altmark-Elbe-Havel e.V.

Zusammenfassung der Zwischenevaluierung zur LEADER-Förderperiode 2021 – 2027 der LAG Altmark-Elbe-Havel e.V.

(Hinweise: Die Ergebnisse der Zwischenevaluierung bilden den Stand der Projektumsetzung zum 31.12.2025 ab. Die Zwischenevaluierung wurde durch eine Kombination aus Monitoringdaten, Tätigkeitsberichten, zwei Onlinebefragungen (LAG-Mitglieder und Projektbeteiligte) mit Laufzeit vom 26.01.2026 bis zum 23.02.2026 sowie einem Bilanzworkshop am 26.03.2026 erarbeitet. Die Ergebnisse wurden in mehreren Gremiensitzungen diskutiert und schließlich von den LAG-Mitgliedern im Rahmen der 8. LAG-Sitzung am 19.05.2026 beschlossen und hiermit öffentlich kommuniziert.) 

 

Die LAG Altmark-Elbe-Havel e.V. setzt ihre Lokale Entwicklungsstrategie (LES) strukturiert und wirkungsorientiert um. Das Projektgeschehen ist lebhaft, die Gremienarbeit etabliert und die Steuerung über Monitoring- und Berichtsinstrumente verlässlich. Besonders im Handlungsfeld A „Lebensqualität und vitale Orte“ wurden deutliche Fortschritte erzielt, etwa bei investiven Vorhaben zur Förderung der Kultur- und Freizeitinfrastruktur sowie zur Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure. Die Handlungsfelder B „Regionalmarketing & Tourismus“ und C „Innovationen und Zukunftsinvestitionen“ sind bislang unterrepräsentiert und bieten Potenzial für die zweite Hälfte der Förderperiode.

 

SWOT-Analyse: Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken: 

Die Region punktet mit Naturraum, Kulturerbe und stabilen zentralen Orten. Herausforderungen bestehen weiterhin beim demografischen Wandel, Leerstand, Barrierefreiheit und wirtschaftsnaher Infrastruktur. Neue Chancen ergeben sich durch Digitalisierung, innovative Wohnformen und einen Trend zu nachhaltigen Lebensstilen. Risiken bleiben der Bevölkerungsrückgang, bürokratische Hürden und die Konkurrenz zu Metropolregionen. Die aktualisierte SWOT-Analyse bestätigt damit im Wesentlichen die strategische Ausgangslage der Lokalen Entwicklungsstrategie. Zu den prägenden Stärken zählen insbesondere die wertvolle Natur- und Kulturlandschaft, das kulturhistorische Erbe in Städten und Dörfern, aktive Vereinsstrukturen sowie das hohe ehrenamtliche Engagement. Auch touristische Potenziale, etwa durch Tangermünde und Havelberg als landesbedeutsame Tourismuszentren sowie überregionale Radwege, bilden wichtige Anknüpfungspunkte für die weitere Entwicklung. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse, dass zentrale Schwächen weiterhin gezielt bearbeitet werden müssen. Dazu gehören die angespannte kommunale Finanzlage, die Sicherung der Daseinsvorsorge, fehlende Treffpunkte in den Orten, begrenzte medizinische Versorgungsperspektiven sowie Entwicklungsbedarfe bei touristischen Angeboten und regionaler Vermarktung.

 

Ergebnisse der Projektförderung: 

Ca. 90 % der bewilligten Projekte entfallen auf das Handlungsfeld A „Lebensqualität und vitale Orte“. Das Teilziel „Sicherung und Inwertsetzung des kulturhistorischen Erbes“ wurde vollständig erfüllt. Andere Indikatoren in diesem Handlungsfeld wie Barrierefreiheit, Leerstandsbekämpfung und technische Infrastruktur benötigen eine stärkere Priorisierung. Erste Fortschritte im Handlungsfeld B „Regionalmarketing & Tourismus“ wurden bei touristischen Angeboten und Wertschöpfungsketten regionaler Produkte erzielt, aber Netzwerke und Rückkehrerformate fehlen bislang. Im Handlungsfeld C „Innovationen und Zukunftsinvestitionen“ wurden innovative Projekte bestätigt, aber noch nicht bewilligt. Hier besteht Nachholbedarf, insbesondere im Bereich Unternehmensentwicklung und Fachkräftesicherung. Die bisherige Projektförderung zeigt damit ein deutliches Umsetzungsprofil. Besonders klassische investive Vorhaben zur Stärkung der Daseinsvorsorge, zur Förderung von Kultur-, Freizeit- und Sportinfrastruktur sowie zur Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure sind häufig vertreten. Der ELER-Fonds bildet dabei bislang die zentrale Grundlage der Förderung, während EFRE- und ESF+-Mittel ergänzend genutzt werden. Zugleich wird sichtbar, dass anspruchsvollere, kooperative oder innovationsorientierte Vorhaben häufiger höhere fachliche, finanzielle und administrative Anforderungen mit sich bringen.

 

Prozessqualität und Management: 

Die Entscheidungswege innerhalb der LAG sind dokumentiert, die Gremienarbeit partnerschaftlich und etabliert. Die Öffentlichkeitsarbeit wurde weiterentwickelt, insbesondere durch digitale Formate. Dennoch sind die ursprünglich gesetzten Zielgrößen der LES in der Praxis noch nicht vollständig erfüllt. Die Zusammenarbeit mit Verwaltungsbehörden auf Landesebene ist konstruktiv, aber komplexe Vorgaben und Prüfprozesse erhöhen den Koordinationsaufwand. Die Zwischenevaluierung bestätigt insgesamt stabile Organisations- und Arbeitsstrukturen. Die Projektauswahl erfolgt auf Grundlage klar geregelter Verfahren. Projektideen werden durch das LAG-Management geprüft und begleitet, in den Lokalen Arbeitskreisen fachlich bewertet und anschließend durch den Vorstand beschlossen. Diese Struktur schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit, auch wenn einzelne Rückmeldungen zeigen, dass Informationsfluss und persönliche Einbindung einzelner Mitglieder weiter verbessert werden können. Positiv bewertet wird insbesondere die Beratungs- und Begleitqualität des LAG-Managements. Projektträger heben die gute Erreichbarkeit, den freundlichen Umgangston sowie die verständliche und lösungsorientierte Unterstützung hervor. Gleichzeitig bleibt der LEADER-Prozess für einzelne Antragstellende anspruchsvoll, vor allem durch umfangreiche Anforderungen und lange Prüfzeiten.

 

Handlungsempfehlungen für die zweite Hälfte der Förderperiode: 

Für die zweite Hälfte der Förderperiode wird empfohlen, die Förderstrategie gezielt an den bisherigen Umsetzungsergebnissen auszurichten. Dabei sollten insbesondere bislang schwächer erreichte Teilziele wie Barrierefreiheit, Leerstandsbekämpfung, Ortsbildentwicklung, technische und wirtschaftsnahe Infrastruktur sowie die Handlungsfelder Regionalmarketing, Tourismus und Innovation stärker berücksichtigt werden. Zugleich gilt es, den Zugang zu LEADER für kleinere Initiativen, Vereine, private Träger und finanziell weniger leistungsfähige Akteure zu erleichtern, etwa durch frühzeitige Beratung und verständliche Verfahrensinformationen. Andere Zugangserleichterungen, wie etwa standardisierte Unterlagen und möglichst niedrigschwellige Nachweise bei der Einreichung der Förderanträge bedürfen Änderungen des Verfahrens auf Landesebene.

 

Fazit: 

Die LAG Altmark-Elbe-Havel verfügt zur Halbzeit der Förderperiode über eine tragfähige Ausgangsbasis. Um die Wirkung bis zum Ende der Förderperiode zu erhöhen, ist eine fokussierte Nachsteuerung nötig, die Teilziele mit geringen Erfüllungsgraden priorisiert und die Innovationskraft der Region stärkt. 

 

Hier finden Sie die Zusammenfassung der Zwischenevaluierung als PDF zum Download.